Presse 2009
Gute Führungskraft steht hinter Mitarbeitern
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- 21.02.2009
- - Gießener Anzeiger
GIESSEN (cvg). "Selber kann ich keine so großen Sprünge machen wie gute Basketballer, allenfalls mal so hoch wie die Wochenausgabe der Bild", bewies Stefan Koch Mut zur Selbstironie. Der gebürtige Licher, der heute als freiberuflicher Berater und Trainer in Grünberg lebt, hat sich dem Basketball mit Leib und Seele verschrieben - dies schon seit 1988, als er noch mitten im Studium steckte.
Im Foyer des TIG-Gebäudes im Gießener Europaviertel zeigte der langjährige Trainer der Basketballer des ehemaligen MTV 1846 Gießen und der jetzigen Gießen 46er einem gespannt zuhörenden Publikum die Zusammenhänge zwischen dem Schmieden einer eingeschworenen Mannschaft im Basketball und dem Heranbilden einer aufeinander eingespielten Belegschaft.
"Die Entwicklung von Charakter als Führungsaufgabe? Wie Unternehmen von Führungskonzepten aus dem Profisport lernen können", lautete der Titel des Themas, für dessen vollständige Vorstellung Koch die Zeit viel zu knapp bemessen fand. "Ich müsste eigentlich viel über Kommunikation erzählen, über Hierarchien, über die Disziplin in einem Team", erklärte Koch. Er wolle sich aber darauf beschränken, "wie man Charakter heranformt".
Koch bemühte dazu viele Bilder aus seinem Sport, solche von Stars wie Michael Jordan von den "Chicago Bulls", aber auch von solchen, die von Sportkommentatoren als einzeln eher unbekannt, dafür als Team aber bedeutend gelobt wurden. Jordan hat unter dem "Bulls"-Trainer Phil Jackson gelernt, nicht als alles beherrschende Ball-Diva aufzutreten, sondern sich zugunsten des gesamten Teams zurückzunehmen. Dies hat die Spielkraft und die Siegchancen der "Chicago Bulls" deutlich verbessert.
"Jackson hat das geschafft, indem er Jordan nicht wie die anderen Trainer vor ihm anhimmelte, sondern erst einmal vollkommen kühl und distanziert behandelte", betonte Koch. Bei Jordan habe erst einmal der Wille zur Teamfähigkeit geweckt werden müssen.
Ihm sei es in seiner Arbeit als Trainer immer wichtig gewesen, nach Erfolgen auch die weniger bekannten Spieler der Mannschaft in den Vordergrund zu stellen. Damit habe er Neid im Team entgegenwirken wollen. Genauso bekannte Koch, immer dann einen "dicken Hals" zu bekommen, wenn etwa nach Niederlagen der Trainer der gegenerischen Mannschaft in Pressekonferenzen erklärte, der Sieg sei einer Umstellung in der Verteidigung der gegnerischen Mannschaft zu verdanken.
Team-Leistung hervorheben"Dass das seine Einschätzung ist, ist ja klar. Aber wichtiger und richtiger wäre gewesen, wenn er die Leistung seiner Mannschaft hervorgehoben hätte", mahnte Koch sein Publikum, bei Erfolgen immer die Gesamtleistung zu würdigen. Wichtig seien sowohl für Spieler wie für Angestellte die Vorhersehbarkeit und Berechenbarkeit ihrer Trainer oder Führungskräfte.
Genauso sei Fairness wichtig. "Das heißt nicht, dass alle gleich behandelt werden müssen. Es gibt Spieler, die bewiesen haben, dass sie besser mit einem höheren Maß an Verantwotung umgehen können als andere", erläuterte Koch, warum es "fair sei, dass manche Spieler und Angestellte gewisse Privilegien hätten. Andererseits zeuge es wiederum von guten Stil, wenn diese ihre besondere Position nicht noch besonders betonen würden.
Koch gab seinem Publikum mit auf den Weg, dass eine gute Führungskraft hinter den ihr anvertrauten Angestellten stehe und sich nicht in den Vordergrund dränge. Letztlich trage die Wertschätzung jedes Einzelnen zur Teambildung und dessen Leistung bei.
Holger Fischer, Qualifizierungsbeauftragter des Landkreis Gießen, dankte Koch für seinen "kurzweiligen Vortrag" und stellte anschließend den Qualifizierungsscheck vor. Dabei handelt es sich um eine Weiterbildungsmöglichkeit für Arbeitnehmer in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit höchstens 250 Mitarbeitern. Mit dem aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Programm, das noch bis 2013 läuft, sollen solche Mitarbeiter gefördert werden, die in ihrer jetzigen Tätigkeit bisher noch keinen qualifizierten Abscchluss haben oder älter als 45 sind. Nähere Informationen gibt es hierzu unter http://www.qualifizierungsschecks.de/.





