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Presse 2009

Motivation für ein gesundes Leben deutlich verstärken

Betriebliche Gesundheitsvorsorge war Thema im Technologie- und Innovationszentrum Gießen
 
GIESSEN (eil). Betriebliche Gesundheitsvorsorge zeitigt handfeste ökonomische Folgen. Und zwar im Positiven. Das ist das Ergebnis eines berufsbezogenen Gesundheitstages, der erstmals in dieser Form im Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG) im Europaviertel stattfand. Kooperationspartner waren die Qualifizierungsoffensive des Landkreises Gießen und Gesundheitsanbieter wie die Barmer, die mit Informationsständen im Foyer des TIG-Gebäudes in der Winchesterstraße 2 anwesend waren. Laut Michael Bathon, Regionalgeschäftsführer der Barmer Gießen, kostet ein Krankheitstag pro Mitarbeiter ein Unternehmen gut 300 Euro. 2008 standen im Durchschnitt 13,6 Krankheitstage pro Beschäftigtem in der deutschen Wirtschaft zu Buche, wobei die Kurzzeiterkrankungen derzeit im Steigen begriffen sind. Gesunde Mitarbeiter, durch ein vorsorgliches betriebliches Gesundheitsmanagement in diesen Stand versetzt, zahlen sich für die Unternehmen, ob groß oder klein, in barer Münze aus. Einfaches Rechenbeispiel: Gelinge es einem 100 Mitarbeiter großen Unternehmen, die Zahl der Krankheitstage pro Beschäftigten um einen einzigen Tag im Jahr zu senken, sorge das für eine Einsparung von insgesamt 30000 Euro, bei zwei Krankheitstagen weniger sind es schon 60000 Euro.
Bathon war Teil der von hr-Redakteur Carsten Jens moderierten Podiumsrunde, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema "Betriebliche Gesundheitsvorsorge" beschäftigte.
Mit dabei als prominenter Gast Weitsprung-Olympiasiegerin und "Leichtathletin des Jahrhunderts" Heike Drechsler, die sich seit Jahren für mehr Bewegung und Gesundheitsvorsorge einsetzt. Schon im Kindergartenalter sollte laut Drechsler Gesundheitsmotivation beginnen, damit sich der Gesundheitsgedanke schon in den noch jungen Köpfen festsetze. Das fange schon im Kleinen und mit einfachen Dingen an, beispielsweise bei der Ernährung.
Denn später notwendige Verhaltensänderungen seien ein langwieriger Prozess, viel länger, als das richtige Verhalten beizeiten einzuüben und beizubehalten. Die Bürgermeister von Linden und Pohlheim, Dr. Ulrich Lenz und Karl-Heinz Schäfer, berichteten aus ihrem Erfahrungs- und Einflussbereich.
"Gutes Beispiel muss von oben beginnen", so ihre Erkenntnis, die sie in vielfältiger Weise und an zahlreichen Stellen ihrer Kommunen in die Tat umzusetzen versuchen. Der Ernährungs-, Sport- und Allgemeinmediziner Dr. Achim Wagner (Wettenberg) konstatiert in Sachen betriebliche Gesundheitsvorsorge "noch zu viele Einzelmaßnahmen". Grundlage langfristigen Erfolges sei jedoch die Nachhaltigkeit.
Er regte "Verhaltensänderung durch niedrigschwellige Angebote" an - wozu schon die Benutzung der Treppe anstelle des Aufzuges gehöre - , wünscht sich eine engere Kooperation der Arbeitgeber und die Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements in die Firmenphilosophie jedes Unternehmens. Dirk Lösel, Sportphysiotherapeut und Krankengymnast, und in dieser Funktion auch Betreuer der Giessen 46ers, redet der Prophylaxe das Wort, die allemal billiger sei als die ansonsten notwendigen späteren Therapien.