Presse 2008
Weiterbildung stagniert
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- 07.11.2008
- - Deutsche Handwerks Zeitung
Wirtschaftsministerium und Regionaldirektion starten Offensive
Angesichts stagnierender Zahlen bei der beruflichen Weiterbildung in Hessen haben die hessische Landesregierung und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit eine „Offensive für Weiterbildung“ gestartet.
53 Millionen Euro für Qualifizierung
Wirtschaftsstaatssekretär Klaus-Peter Güttler nannte die Lage bei der Weiterbildung paradox. „Es ist völlig unstrittig, dass Weiterbildung für Unternehmen und für die Beschäftigten immer wichtiger wird. Für die Unternehmen, weil im Wettbewerb nur der bestehen kann, der seine Mitarbeiter qualifiziert. Und für Arbeitnehmer, weil sie auf Dauer nur durch Weiterbildung ihre Beschäftigungsfähigkeit sichern können. Trotzdem stagniert die betriebliche Weiterbildung seit 2003“, sagte Güttler. Hinsichtlich der Qualifikation der Geförderten habe sich der Anteil der Beschäftigten mit Hochschulausbildung erhöht, während der Anteil der Un- und Angelernten gesunken sei. Dies sei bedenklich. „Denn gerade für Arbeitnehmer aus dem letztgenannten Bereich – also Ungelernte oder solche, die keine Ausbildung für ihre aktuelle Tätigkeit haben – ist Weiterbildung unerlässlich“, sagte Güttler – und appellierte: „Es darf nicht nur über Weiterbildung geredet werden, sondern sie muss eine Selbstverständlichkeit sein!“Fördermaßnahmen gebe es genug, sie müssten nur genutzt werden. Die Landesregierung habe die vielfältigen Fördermaßnahmen zu einem Gesamtpaket geschnürt – unter der Bezeichnung „Hessische Qualifizierungsoffensive“. Dafür stehen laut Güttler allein für 2008 insgesamt 53,1 Millionen Euro bereit, davon 12,2 Millionen Euro für die berufliche Weiterbildung. Unter anderem erhalten Beschäftigte ohne beruflichen Abschluss in der ausgeübten Tätigkeit oder Beschäftigte, die über 45 Jahre alt sind, 50 Prozent der direkten Kosten für eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme (Teilnahme- und ggf. Prüfungsgebühren) bis zu einer Höhe von maximal 500 Euro. Mit dem Acht-Millionen-Programm sollen insgesamt 16.000 sogenannte „Qualifizierungsschecks“ ausgegeben werden.
Beauftragte sollen bei kleinen Betrieben werben
Vom Land geförderte Qualifizierungsbeauftragte in den Landkreisen oder kreisfreien Städten sollen die kleinen und mittleren Betriebe von dem Nutzen und den Möglichkeiten einer kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung ihrer Beschäftigten überzeugen. Die bei unterschiedlichen Trägern angesiedelten Qualifizierungsberatungsstellen sollen kleinen und mittleren Betrieben dabei helfen, sich über das Weiterbildungsangebot zu informieren. Das Land fördere diese Beratungsstellen mit 65 Prozent, sagte Güttler.





