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Kreis-Qualifizierungsoffensive bis 2007 verlängert

(no). Auch das ist ein Teil kommunaler Wirtschaftsförderung: Der Kreis kümmert sich darum, dass die Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen vom Chef bis zum Gesellen, von der Meisterfrau bis zur Verkäuferin an der Ladentheke die Chance zur Fortbildung haben, zum Besserwerden im besten Sinn. Das Instrument, dessen man sich an der Ostanlage mit Erfolg bedient, ist die nachhaltig von der EU in Brüssel finanzierte »Qualifizierungsoffensive Mittelhessen«. Deren Umsetzung ist dem Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG) im Europaviertel (Ex-»Steuben-Kaserne«) übertragen. Gestern unterzeichneten die Verantwortlichen den Kontrakt bis 2007: Vertragsverlängerung durch TIG-Geschäftsführer Dr. Christian Schulze, »Quali«-Beauftragten Holger Fischer, Landrat Willi Marx, Kreisbeigeordneten Andreas Becker und die Leiterin der Kreis-Wirtschaftsförderung, Gabriele Gotthardt. Beim Vollzug im Sitzungszimmer des Landratsamtes gab sich Marx durchaus begründet eher gelassen: Tags zuvor hatte er bei der Konversionstagung des Bundes in Bonn von ganz anderen Regional-Wirtschaftspolitik-Schicksalen gehört. Da macht sich die Mittelhessen-Malaise wie ein Wehwehchen gegen aus. Trotzdem: Es gilt zu ackern, damit niemand ohne Not den Anschluss an zeitgemäße Betriebsführung oder Vermarktungsstrategien verliert. Hier versteht sich der Kreis mit der von Becker verantworteten »Quali-Offensive« nicht als Konkurrenz zu IHK oder Handwerkskammer, sondern als Ergänzung zu deren Fortbildungsangeboten. Der Kreisbeigeordnete aus Lich selbst nannte als aktuelles Beispiel für mehr Qualifikation das jüngst gestartete Forum für Hotellerie und Gastronomie: Der in einer solchen Rolle gern verkannte oder gar von Unternehmern belächelte Landkreis gebe Impulse, konkret die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr beschäftigungs-fördernd und gewinnbringend zu nutzen Gotthardt lobte die Partnerschaft mit dem TIG: Dieses »Netzwerk junger und etablierter Unternehmen« habe einen besseren Zugang zur freien Wirtschaft als die öffentliche Verwaltung. Neudeutsch nennt man dies Win-win-Situation: Beide Partner dürfen sich - wenn´s denn klappt - als Gewinner fühlen. Ein ganz dickes Lob gab´s für den Beauftragten, für Holger Fischer: fleißig, emsig, guter Ruf, beharrlich, sehr seriös. Das waren »Nachschusslorbeer« und neuerlicher Arbeitsauftrag! Schulze ließ wissen, dass auch das TIG vom Kreisauftrag profitiere, das sich ja jungen Unternehme(r)n und Existenzgründern gegenüber als Impulsgeber sehe. Im Europaviertel an der Licher Straße arbeiteten immerhin um die 1000 Menschen; und unter dem TIG-Dach treffe man um die 65 Unternehmen an. Die »Quali-Offensive« sei ein Marketing-Eckstein des TIG, ergänzte Fischer. Um die 200 Firmen würden regelmäßig mit Angeboten beworben. Während der vergangenen zwei Jahre nutzten knapp 1330 Personen das Fortbildungsangebot der »Quali-Offensive«; nahezu 55 Prozent davon Frauen. Die kostenlosen Angebote des Weiterbildungsforums - Einstieg zu dann maßgeschneiderten Kursen - sind thematisch breit gefächert: Körpersprache in Verkaufssituationen (13. Mai), flexible Arbeitszeitmodelle für den betrieblichen Alltag (10. Juni), die Kunst des Delegierens (8. Juli), »Das haben wir noch nie so gemacht« (9. September), Krisenmanagement (14. Oktober), Büromanagement für Praktiker (11. November) und präventive Marktanalyse (9. Dezember) stehen im laufenden Jahr noch auf dem Stundenplan. Und wer zahlt »die Zeche«? Wer kommt auf dafür, dass Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten ohne Aufwand oder vergleichsweise kostengünstig Mitarbeiterfortbildung nutzen können? Die gestern unterbreitete Statistik für die kommenden 34 Monate sagt: 244 100 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds, 105 988 Euro Kreis-Zuwendung, 152 500 Kreis-Personal sowie 61 334 Euro TIG-Eigenmittel.

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